Die zweite Revolution
     
Axel Weipert

Die zweite Revolution

Rätebewegung in Berlin 1919/1920

476 Seiten, 13 Abb., 17,0 x 24,0 cm, Paperback
Juni 2015
32,– €
sofort lieferbar
ISBN 978-3-95410-062-0
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Berlin war nicht nur zentraler Ort der Novemberrevolution, sondern auch der wichtigste Schauplatz der 'zweiten Revolution' in den Jahren 1919 und 1920. Auf der Basis intensiver Archivstudien zeichnet Axel Weipert ein facettenreiches Bild der Berliner Rätebewegung. Die Schülerräte, die Räte nach dem Kapp-Lüttwitz-Putsch, die Betriebsrätezentrale und die Rolle der Frauen werden erstmals systematisch untersucht. Ebenso kommen entscheidende Ereignisse detailliert zur Sprache: der Generalstreik im März 1919 und die Kundgebung vor dem Reichstag im Januar 1920, bis heute die blutigste Demonstration der deutschen Geschichte. Die Studie liefert aber nicht nur neues Detailwissen, sondern differenziert unser Bild der Revolutionszeit. Der Rätebewegung gelang es auch in ihrer zweiten Phase, eine Massenbasis zu mobilisieren. Dabei stellte sie Forderungen, die mit ihrem umfassenden sozialistisch-demokratischen Anspruch über die Weimarer
Ordnung hinauswiesen. Die Revolution war also nicht mit den Wahlen Anfang 1919 abgeschlossen. Die Rätebewegung beweist, dass es in der Arbeiterbewegung noch eine reale Alternative jenseits von Sozialdemokratie und Stalinismus gab.


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Axel Weipert

Axel Weipert

Axel Weipert, Dr. phil., geboren 1980, studierte Geschichte und Philosophie. 2013 erschien seine Monografie »Das Rote Berlin. Eine Geschichte der Berliner Arbeiterbewegung 1830–1934«. Er ist Herausgeber des 2014 erschienenen Bandes »Demokratisierung von Wirtschaft und Staat. Studien zum Verhältnis von Ökonomie, Staat und Demokratie vom 19. Jahrhundert bis heute« und Redaktionsmitglied des »Jahrbuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung«.

Pressestimmen

»Diese gelungene Rekonstruktion von Räteambitionen führt uns gleichwohl vor Augen, wie sehr es noch die ersten Jahre nach dem Weltkrieg wiederzuentdecken gilt: als eine gestaltungsoffene, aufregende Zeit voller Hoffnungen und Enttäuschungen.«

Jahrbuch Extremismus & Demokratie

 

»Weiperts Arbeit ist eine gelungene Analyse der Zusammenhänge zwischen lokalen Berliner und gesamtdeutschen Entwicklungen, die allerdings selten im Gleichklang erfolgten, was auch die Tragik vieler sozialer Kämpfe ausmachte.«
Archiv für die Geschichte des Widerstands und der Arbeit

 

»Obwohl zeitlich nur ein Jahr und territorial nur die deutsche Hauptstadt mit ihrem unmittelbaren Umfeld behandelt werden, erweist sich dies als ein äußerst geschichtsträchtiger Stoff, zu dem ein umfangreicher Quellenfundus erschlossen wurde. (…) Was Weipert von Autoren unterscheidet, die sich bereits vor ihm den angesprochenen Themen gewidmet haben, ist die Weite seiner Sicht. Er analysiert nicht nur die involvierten politischen Kräfte, vor allem die Parteien USPD, KPD und SPD, sondern er konfrontiert die Entscheidungen und Aktivitäten von Gremien der Rätebewegung immer auch mit den von der Basis ausgehenden Impulsen und Forderungen.«
Günter Benser, in: Z. – Zeitschrift Marxistische Erneuerung

»Mit seinem Fokus auf die gescheiterte 'Zweite Revolution' gelingt es Weipert, Neues ans Licht zu bringen. [...] Gerade an den von allen bisherigen Darstellungen vernachlässigten Rändern des Rätesystems zeigt Weipert somit einerseits dessen Flexibilität, etwa in der Aneignung durch Schüler und Arbeitslose, aber auch die Grenzen, die eine Bindung des Wahlrechts an den Arbeitsplatz mit sich brachte.«
Ralf Hoffrogge, in: Analyse & Kritik

»Ein großer Verdienst sind die Forschungen zu einem weitgehend vergessenen Blutbad vor dem Reichstag. Pionierarbeit leistet Weipert, wo er die Geschichte der Revolutionären Betriebsrätezentrale nachzeichnet.«
kritisch-lesen.de

»Weipert hat nicht nur eine wichtige Arbeit über ein Stück linker Geschichte vorgelegt, sondern bietet auch Anregungen für die heutige politische Praxis.«  
Neues Deutschland

»The recognition of the later Councils Movement as a proper historical actor has to be seen as the most remarkable achievement of the book, since it challenges the previous literature and proposes a new definition of the matter. [...] In conclusion, the study proposes an empirically well founded political history centred on the analysis of practices and organisational structures of the Berlin Councils Movement in its later phase, the mass character of which represents a firm point in analysis through the whole disquisition. The restricted chronological and spatial perspective fulfils the aim to cover a historiographical shortcoming and to ensure a focus close to the facts and to their sources.«
Revista Universitaria de Historia Militar

 

»Entscheidende Frage der zeitgenössischen Debatten sei die Frage gewesen, ob die Rätebewegung in die bestehende (neue) Ordnung integriert werden sollte oder in eine „Zweite Revolution“ münden müsse. Die Rätebewegung sei weder per se revolutionär noch systemkonform gewesen. Ob eine Zweite Revolution letztlich eine realistische Perspektive gewesen wäre, will auch Weipert daher nicht vollständig beantworten. Deutlich wird, dass die Diskussionen sowohl innerhalb wie auch um die Rätebewegung spannend waren, und dass unter der Zielrichtung von „sozialer Demokratie“ durchaus auch Elemente einer Räteverfassung mitgedacht werden konnten.«

spw, Zeitschrift für sozialistische Politik und Wirtschaft

 

 

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Konrad Zuse (1910–1995)

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