Magnus Hirschfeld
     
Julius H. Schoeps (Hg.), Elke-Vera Kotowski (Hg.)

Magnus Hirschfeld

Ein Leben im Spannungsfeld von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft

Sifria - Wissenschaftliche Bibliothek

400 Seiten, 14 Abb., 14,8 x 21 cm, Paperback
August 2004
29,90 €
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ISBN 978-3-937233-09-3
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Als Sohn eines jüdischen Sanitätsarztes wurde Magnus Hirschfeld am 14.05.1868 in Kolberg /Pommern geboren. Nach seinem Studium der Philosophie, Philologie und Medizin liess er sich 1893 als Arzt in Magdeburg nieder. Ab 1895 lebte er in Berlin und gründete dort zwei Jahre später das „Wissenschaftlich-humanitäre Komitee“ (WhK). Hirschfeld trat seither massiv für eine Reform des Paragraphen 175 (StGB) ein. In Anlehnung an die Theorien von Karl Heinrich Ulrich vertrat Hirschfeld die Auffassung, dass Homosexualität weder als Krankheit noch als Laster, sondern als „natürlich angeborene Variante sexueller Neigungen“ zu werten sei und setzte sich fortan wissenschaftlich mit dieser Thematik auseinander. Ab 1908 gab er die „Zeitschrift für Sexualwissenschaft“ heraus und gründete zwei Jahre später die „Ärztliche Gesellschaft für Sexualwissenschaft und Eugenik“. 1919 erfolgte schliesslich die Gründung des Berliner „Instituts für Sexualwissenschaft“, das Hirschfeld bis zur Zwangsschliessung 1933 leitete. Im Französischen Exil gründete Hirschfeld die „Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft“. Gemeinsam mit dem Arzt Edmond Zammert erwog er in Paris ein neues „Institut des sciences sexologiques“ zu eröffnen. Dieses Unternehmen scheiterte, da Hirschfeld am 14. Mai 1935, es war sein 67. Geburtstag, starb.
Hirschfeld, der ein massgeblicher Vorreiter der Sexualreform war, ist heute weitestgehend aus dem Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit verschunden. Neben Homosexuellenvereinigungen, die die Verdienste des Sexualwissenschaftlers für die Schwulen- und Lesbenbewegung hervorheben und sich für eine Revitalisierung des Instituts für Sexualwissenschaften in Berlin einsetzen, gibt es nur einen kleinen Kreis von Wissenschaftlern, der sich in unterschiedlichen Fachbereichen mit dem Wirken des durch die Nazis doppelt Verfemten auseinandersetzen.


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Julius H. Schoeps

Julius H. Schoeps

Julius H. Schoeps, geboren 1942 in Schweden, studierte Geschichte, Geistesgeschichte sowie Politik- und Theaterwissenschaften in Erlangen und Berlin. Nach einem langjährigen Lehrauftrag in Duisburg war er seit 1991 Professor für Neuere Geschichte an der Universität Potsdam und ist bis heute Direktor des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien. Zahlreiche Publikationen zur preußischen und deutschen Geschichte.
Elke-Vera Kotowski

Elke-Vera Kotowski

Elke-Vera Kotowski, Dr. phil., geboren 1961 in Hagen/Westfalen; Studium der Politischen Wissenschaft, Literaturwissenschaft, Philosophie und Kulturwissenschaft in Duisburg und Berlin, 1991-1993 Verlags-Redakteurin, seit 1994 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien in Potsdam und seit 2003 in dessen Geschäftsführung tätig.

Arbeitsschwerpunkte: Deutsch-jüdische Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert.

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